Programmvorschläge 2017/18

Streifzüge durch Zeit und Raum:
Die neuen Konstellationen des Trio Parnassus

Daß die Gestaltung musikalischer Programme, die nicht nur eine Reihung beliebter Repertoirestücke sein sollen, immer auch etwas über die Persönlichkeit des oder der Ausführenden verrät, ist eine alte Weisheit, die ihren Wahrheitsgehalt indessen nicht verliert – so oft man sie auch wiederholen mag. Sicher spielen stilistische und historische Erwägungen oder geographische Beziehungen eine Rolle, sind mitunter zeitliche Ordnungsprinzipien und dann wieder die Kontrastgestaltung von Relevanz, wenn sich die unterschiedlichen Geister in Gestalt ihrer Kreationen treffen, um entweder einander im engen Schulterschluß komplementär zu ergänzen oder auch im heftigen Widerstreit die extremen Pole des künstlerischen Universums zu erreichen. Doch die Fragestellungen und die konkreten Gegenwartsantworten stammen von denen, die sich der besonderen Materie aussetzen, sich selbst wie Spiegel im Spiegel reflektieren und so die Räume schaffen, in denen wir miterleben, in denen wir uns daheim oder manchmal auch heimatlos fühlen können – je nach dem, was uns die Schöpfer von sich mitteilen wollten.

Zwei neue Konstellationen hat das Trio Parnassus im Jahre I nach dem dreißigsten Geburtstag ersonnen:

Programm I »Französische Impressionen«

Charles-Marie Widor (1844-1937) Quatre Pieces en Trio
Cécile Chaminade (1857-1944) Klaviertrio Nr.2 op. 34
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Éduard Lalo (1823-1892) Klaviertrio Nr.3 a-moll op. 26

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Programm II »Charmant bis Furios«

Franz Schubert (1797-1828) Allegro B-Dur D 28
Ludwig van Beethoven (1770-1827) 14 Variationen Es-Dur op. 44
Johannes Brahms (1833-1897) Klaviertrio c-Moll op. 101
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Arno Babadjanyan (geb. 1921) Klaviertrio (1952)

Charmant bis furios reicht dann der Bogen, der bei Franz Schuberts kleinem, frühen Allegro B-dur beginnt und sich über Ludwig van Beethovens Triovariationen op. 44 bis zum dichten, komprimierten Opus 101 von Johannes Brahms spannt, ehe das 1952 entstandene Klaviertrio des Armeniers Arno Babadjanjan mit temperamentvollen Klängen demonstriert, daß sich die Moderne nicht in der Konstruktion erschöpfte.

Aktuelle Konzerttermine

1. Juli 2017, Weikersheim, Schloss

mit Werken von Cécile Chaminade und Éduard Lalo

2. Juli 2017, Stuttgart, Marmorsaal im Weißenburgpark

mit Werken von Charles-Marie Widor, Cécile Chaminade und Éduard Lalo

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Zitat

»Die Musik ist ein moralisches Gesetz. Sie schenkt unseren Herzen eine Seele, verleiht den Gedanken Flügel, lässt die Phantasie erblühen ...«

Platon, griechischer Philosoph, 427-437 v.Chr.